Integrität


„Die Fähigkeit, absolut vertrauenswürdig zu handeln und unbescholten sowie unbestechlich zu bleiben, wird als Integrität bezeichnet. Je mehr Integrität gelebt wird, desto sicherer kann man sich sein, und desto klarer wird echte Charakterstärke erkennbar.“ [1] Im entgegen gesetzten Fall gilt als „korumpierbar“, wer nicht integer handelt.

„Das auf Erfahrungen und Erwartungen gestützte Ansehen bzw. Vertrauen, das ein Akteur A bei anderen Akteuren B (C, D, usw.) hat. Dies hinsichtlich der Berücksichtigung der (berechtigten) Interessen von B bzw. der Einhaltung von Verträgen sowie formellen und informellen Regeln.  Der Aufbau von Integrität ist eng verbunden mit der Übernahme von Verantwortung.“ [2]

Peter Mertingk - Coach und Trainer für emotionale Intelligenz, Fotograf Steve KayWie integer sollten Führungskräfte sein?

Ich denke idealerweise hundertprozentig. Gerade Integrität zeichnet sich als eine besonders wertvolle „innere Kompetenz“ aus, die sich im Äußeren positiv wiederspiegelt. Integrität reflektiert sich positiv in der Qualität unserer Beziehungen und Kontakten, in unserem Führungsverhalten und in herausfordernden Situationen. Wer integer ist, auf dessen Zusagen ist Verlass. Er steht zu seinen Wort, man kann seinen Zusagen vertrauen. Integre Charaktere haben Persönlichkeit und Charisma. Sie stehen zu ihren Überzeugungen, leben diese und strahlen Authentizität aus. Ich persönlich wertschätze integre Menschen außerordentlich. Integrität kann ich förmlich riechen, fühlen, spüren. Integre Persönlichkeit wird in einer Führungsrolle auf natürlicherweise akzeptiert. Integrität ist nicht unbedingt innere Kompetenz, die man hat oder eben nicht, sie mag charakterlicher Grundzug sein, lässt sich jedoch immer „ausbauen“, weiterentwickeln und kontinuierlich verfeinern – egal wo man steht auf seiner persönlichen Integritäts-Skala von 0 bis 10. Ein Zeichen hoher Integrität ist natürlicherweise auch immer die innere Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen.

Der weitergeführte Integritätsgedanke findet sich wie folgt bei Erikson wider: „Die Ich-Integrität ist die 8. Stufe in Eriksons Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung (Hohes Erwachsenenalter) und steht der Verzweiflung gegenüber: Dieser letzte Lebensabschnitt stellt den Menschen vor die Aufgabe, auf sein Leben zurückzublicken. Anzunehmen, was er getan hat und geworden ist und den Tod als sein Ende nicht zu fürchten. Das Gefühl noch einmal leben zu müssen, vielleicht um es dann besser zu machen, Angst vor dem Tod, führt zur Verzweiflung. Setzt sich der Mensch in dieser Phase nicht mit Alter und Tod auseinander (und spürt nicht die Verzweiflung dabei), kann das zur Anmaßung und Verachtung dem Leben gegenüber führen (dem eigenen und dem aller). Wird diese Phase jedoch erfolgreich gemeistert, erlangt der Mensch das, was Erikson Weisheit nennt – dem Tod ohne Furcht entgegensehen, sein Leben annehmen und trotzdem die Fehler und das Glück darin sehen können.“ [3]

Diese Stufe in Erikson´s  Modell ist aus meiner Sicht Plädoyer und Impuls zugleich für Weisheit im Alter bzw. zum Lebensende hin. Der Leser sollte sich, auch bereits als junge Führungskraft, mit dem Gedanken an das Thema „Altersweisheit“ veranlasst fühlen,  bereits heute, hier und jetzt bewusst auf ein ethisch einwandfreies und integres Denken und Verhalten in jeder Hinsicht zu achten, sich nur für ethisch einwandfrei vertretbare Dinge einsetzen und diese tun. Diese Welt wird es wohltuend spiegeln und ihm in Form von Lebensqualität und Lebensfreude – besseren Beziehungen, Kontakten und Gesundheit – danken.

Kontakt:

Training emotionaler Intelligenz und Führungskräfte Coaching
Peter Mertingk in D-64546 Mörfelden-Walldorf (Flughafen Frankfurt 10 km)
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eMail: dialog(at)petermertingk.de

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Quellen frei  nach

[1] Schlager, S.: Live Your Best, S.60, Eutonia 2007

[2] http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/integritaet.html#definition

[3] http://lexikon.stangl.eu/6183/ich-integritat/